Vor dir liegt ein leeres Blatt, und schon die erste Linie soll stimmen. Für den Einstieg kannst du dir eine kleinere Aufgabe stellen: einen einfachen Gegenstand beobachten und einige seiner Formen festhalten. Dafür brauchst du zunächst nur wenig Material und ein Motiv, das während der Übung an seinem Platz bleibt.
Die folgenden Aufgaben sind ein Vorschlag für deine ersten Zeicheneinheiten. Du kannst sie mit demselben Gegenstand wiederholen und die Ergebnisse nebeneinanderlegen.
Stell dir ein überschaubares Materialset zusammen
Für die Übungen reichen zunächst ein Bleistift, ein Radiergummi, ein Spitzer und Papier. Falls du bereits unterschiedliche Stifte besitzt, kannst du ihre Wirkung ausprobieren. Ein HB-Stift und ein weicherer Bleistift wie 2B bieten dir beispielsweise zwei Möglichkeiten zum Vergleichen.
Wähle Papier, auf dem du angenehm zeichnen kannst. Ein vorhandener Block ist für einen ersten Versuch geeignet. Halte deine frühen Blätter zusammen und versieh sie mit einem Datum. So kannst du später einzelne Veränderungen erkennen.
Stelle als Motiv eine Tasse, eine kleine Schachtel oder einen Apfel auf einen ruhigen Untergrund. Wähle eine Position, an der du den Gegenstand eine Weile unverändert betrachten kannst. Dein erster Einkauf darf warten, bis du weißt, welche Materialien du für dein Vorhaben tatsächlich vermisst.
Übung 1: Linien und Druck kennenlernen
Teile ein Blatt in mehrere Felder. Zeichne in eines kurze, in ein anderes längere Linien. Ergänze Bögen und Kreise. Variiere bewusst den Druck und beobachte, welche Spuren dein Stift hinterlässt.
Das Ziel dieser Aufgabe ist ein Vergleich auf demselben Blatt. Welche Linie entsteht mit wenig Druck? Was verändert sich, wenn du den Stift anders hältst? Wo wird eine Bewegung unruhig?
Nimm dir anschließend eine einfache Form vor, etwa ein Oval. Zeichne mehrere Varianten und wähle eine aus, an der du weiterarbeiten möchtest. Die anderen bleiben als Teil deiner Übung sichtbar.
Übung 2: Den Gegenstand in Formen aufteilen
Betrachte deine Tasse und frage dich, welche einfachen Formen du erkennen kannst. Der obere Rand lässt sich als Oval untersuchen, der Körper als längliche Grundform und der Henkel als eigene geschwungene Form.
Zeichne zunächst nur diese grobe Aufteilung. Vergleiche Höhe und Breite miteinander. Wo beginnt der Henkel, wie weit ragt er heraus, und welche Fläche bleibt zwischen Henkel und Tasse frei?
Ergänze Details erst, wenn du mit den größeren Verhältnissen weitergearbeitet hast. Wenn du etwas ändern möchtest, kannst du eine zweite, leichte Linie daneben setzen. Auf diese Weise siehst du, welche Entscheidung du korrigiert hast.
Übung 3: Helle und dunkle Flächen unterscheiden
Lege auf einem separaten Blatt eine Reihe aus fünf Feldern an. Lass das erste weiß und schraffiere die übrigen mit zunehmend dunkler Wirkung. Versuche, die Unterschiede gut erkennbar zu machen.
Schau danach wieder auf dein Motiv. Welche Bereiche wirken am hellsten, welche am dunkelsten? Wo siehst du einen Übergang? Ordne zunächst nur wenige größere Flächen zu, anstatt jede kleine Spiegelung nachzuzeichnen.
Für einen weiteren Versuch kannst du den Gegenstand anders zum Fenster stellen. Betrachte, wie sich die sichtbaren hellen und dunklen Bereiche verändern. Vergleiche beide Zeichnungen und notiere, welche Lichtposition du verwendet hast.
Übung 4: Ein Motiv mehrmals bearbeiten
Zeichne denselben Gegenstand an drei verschiedenen Tagen. Gib jeder Einheit einen anderen Schwerpunkt:
| Einheit |
Dein Schwerpunkt |
| Erster Versuch |
Umriss und Verhältnis von Höhe zu Breite. |
| Zweiter Versuch |
Größere helle und dunkle Flächen. |
| Dritter Versuch |
Zusammenspiel von Form, Flächen und wenigen Details. |
Bewahre alle drei Ergebnisse auf. Beantworte danach eine konkrete Frage: An welcher Stelle ist die Form nachvollziehbarer geworden? Oder: Welche Schraffur beschreibt die Rundung für dich besser?
Der Vergleich muss nicht bei jeder Wiederholung einen Fortschritt zeigen. Er kann dir auch deutlich machen, welche Frage du einer Lehrperson stellen möchtest.
Gib deinen Zeichnungen eine kleine Aufgabe
Wenn du die ersten Versuche abgeschlossen hast, wähle ein überschaubares Projekt. Du könntest drei Küchengegenstände auf einer Seite darstellen, eine Pflanze skizzieren oder eine kleine Karte gestalten.
Lege vorher fest, was du darin üben möchtest. Bei drei Gegenständen können es Größenverhältnisse und Abstände sein, bei einer Pflanze die Linienführung. Ein genauer Schwerpunkt hilft dir, anschließend Rückmeldungen einzuordnen.
Weitere Anregungen bietet die englischsprachige Sammlung „Make and create“ der National Gallery. Dort findest du unterschiedliche kreative Zugänge, die du als Ergänzung zu deinen eigenen Versuchen ansehen kannst.
Woran erkenne ich einen passenden Zeichenkurs?
Schau zuerst auf Motive und Technik. Ein Kurs für digitale Illustration kann andere Materialien und Vorkenntnisse voraussetzen als ein Einstieg mit Papier und Bleistift. Auch Porträt, Landschaft und das Zeichnen von Alltagsgegenständen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Prüfe anschließend, ob die gezeigten Schritte für dich gut zu erkennen sind. Gibt es Aufgaben zum eigenen Bearbeiten? Werden Zwischenschritte erklärt? Kannst du Fragen stellen oder Rückmeldung zu deinen Zeichnungen bekommen?
Notiere vor einer Buchung:
- Mit welchem Material möchte ich arbeiten?
- Welche Motive interessieren mich zuerst?
- Wie viel Zeit habe ich zum eigenen Zeichnen?
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In der Kategorie Zeichnen und Illustration kannst du Angebote nach diesen Fragen betrachten. Ergänzend unterstützt dich unsere Checkliste zur Wahl eines Onlinekurses.